Donnerstag, 18. November 2010

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1

Hat seine Momente. Etwa, wenn Hermine ihre Eltern verlässt und den Vergessenszauber ausspricht, das hat eine sehr berührende Traurigkeit, wie ihr Gesicht aus den Familienfotos verschwindet. Oder Harrys Abschied von seinem Treppenkabuff. Entschieden, zu gehen. Der Aufbruch der Helden mit vielen Harrys: Wiedersehen macht Freude, alle sind älter geworden (ja, ich weiß, das schreiben alle, aber das ist eben das Schöne an mehrteiligen Filmen), Bill sieht auch nach seiner Begegnung mit dem Werwolf noch besser aus als Ron (sorry, Josefine!). Hat die Autorin beim Schreiben schon an die Verfilmung gedacht? In der Flugszene scheint es so. Sonst gibt es viel Verniedlichung gegenüber der eigenen Lektüre. Dobbys Tod, mit dem der Film endet, schmerzt beim Lesen mehr. Aber vielleicht hat ja auch Charlotte recht und es liegt daran, dass wir es schon wissen. Wie alle Verfilmungen ging auch diese zu schnell vorbei.

Jonathan Framzen, Freedom.

Erst kam ich gar nicht rein, wurde den Eindruck nicht los, dass es eine clevere Art Desperate Housewives für Akademiker ist. Alles so abbildend. Gut abbildend, aber eben abbildend. Irgendwann nach dem ersten Drittel hebt die Lektüre dann ab. Und spätestens mit der Schilderung des Bright Eyes-Konzerts fliegt es. (Ok, wie auch schon in Corrections habe ich immer wieder Seiten überschlagen, aber es ist auch manchmal SEHR ausführlich.)

Dienstag, 5. Oktober 2010

Mankell, Die Tiefe

Man, das war ein deprimierendes Buch. Ueberzeugend die Absink-Metapher.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Mankell satt

Ich MAG die Düsternis. Die Langsamkeit, mit der alles, aber auch alles unweigerlich nach unten sinkt. In die Ostsee, ins Vergessen, ins Nichts, in den Tod.

Inglorious Basterds.

Endlich siegt mal der Film. Und all die wundervollen Zitate!

Donnerstag, 15. Juli 2010

Paul Auster, Invisible

Inspiring read. The change of perspectives: I, you, he.
The turning of biography and history into fiction - can we imagine Adam Walker without the particulars of Columbia campus?

Mittwoch, 16. Juni 2010

Another splendid read.

The Hippopotamus by Stephen Fry.
Eine Ode an die Alltäglichkeit. Und zugleich eine Liebeserklärung an das viktorianische Aussenskelett.

Freitag, 28. Mai 2010

Stephen Fry, The Stars' Tennis Balls

Terrific read.

Have to put it down eventually and start work. Don't get the title, though.

Sonntag, 16. Mai 2010

Montalban. Barcelona.

Einfach Genuss.
Ich schätze seine Gewohnheit, ausgewählte Bücher zu verbrennen. Ein Rückwärtslesen.

Montag, 10. Mai 2010

Fred Vargas, Bei Einbruch der Nacht

Weshalb sollte man so ein Buch verfilmen? Es ist so ein Vergnügen, es zu lesen. Ich mag Camille, die Musik komponiert und Abflussrohre repariert. Adamsbergs Methode wird näher beschrieben, das Wartenkönnen, der Mut zum Nichtwissen. Und der schweigende Kanadier, der findet, dass die alten Nationen stinken.
Ich neide Camille ihre Autonomie.

"So suchte Adamsberg Ideen: er wartete ganz einfach auf sie. Wenn eine von ihnen vor seinen Augen auftauchte wie ein toter Fisch, der an die Wasseroberfläche steigt, dann sammelte er sie ein und untersuchte sie, um zu sehen, ob es sich um etwas Brauchbares handelte, das für ihn von Interesse war. Adamsberg dachte nie nach, er begnügte sich damit, zu träumen und dann die Ernte zu sichten, so wie jene Fischer mit ihren Fangnetzen, die mit schwerer Hand auf dem Grund ihres Netzes inmitten von Steinen, Algen, Muschelschalen und Sand nach der Garnele suchen." Seite 88

Fred Vargas, Im Schatten des Palazzo Farnese

Auch ohne Adamsberg schön. Noch eine Verkörperung des ewig Weiblichen,noch so ein Mann aus einem Guss, ganz Intuition und Augen.

Dienstag, 27. April 2010

Percy Jackson is fun!

Schade, dass die nächsten Bände noch nicht als Taschenbuch raus sind. Gehen wir also in die Bibiliothek auf der anderen Murseite, gleich am Donnerstag.

Mittwoch, 14. April 2010

Donna Leon, About Face

"However," Brunetti added, "Venice isn't the best place to search for information about trucking.*
No, indeed.
Und wieder gelingt es Donna Leon ein Setting zu schaffen, in dem Menschen Sätze sagen, die wir fürs Leben gerne selbst ausspucken würden. (Cicero!) Die Story? Bis jetzt halb so wichtig. (Und die Vermutung bleibt, dass es so bleibt.) Aber egal, ich finde diese Sätze prima.

Samstag, 10. April 2010

Fred Vargas

Wie glückliche Frauen auf seidenen Laken räkeln sich die exquisiten Sätze auf dem dicken, schon mit vielerlei Eselsohren versehenen dicken Bibliotheksbuchpapier. Ah, die Grossartigkeit der Sprache. Der Genuss, sich auszudrücken.

Das Prinzip Adamsberg: laufen lassen. Ein schlafender Kollege, eine Katze, ein trinkender Kollege und einer, der nervt und zum Möwenbeobachten an die Seine geschickt wird. Eine 27köpfige Brigade und das Gegenbild zu strukturierter, kontrollierter Polizeiarbeit. Wunderbar. Natürlich klappt alles im Notfall: weil jedeR freiwillig das Beste gibt. Eher eine Popband (Manu Chao?)... Was ich an Adamsberg mag: er wird gern im Regen nass.

Mittwoch, 7. April 2010

Karin Wahlberg, Die falsche Spur, Ein plötzlicher Tod

"Kränkungen größeren Ausmaßes unter den humanitären Vorkämpfern."
Das ist schön: Es gibt ein Schweden nach Mankell.

Dienstag, 23. März 2010

Leena Lehtolainen.

Ich mag Finnland. Ich habe auch fast den Eindruck, es zu kennen, wenn ich diese Romane lese. Und einige lese ich jetzt wieder, der Umzug hat sie an die Oberfläche der Flurregale gespült - und neue zu kaufen, das verbietet sich nach all der Plackerei. Und ich habe einen Krimi von ihr aus der Bibliothek geholt. Bibliothekskrimis sind GANZ anders als selbst gekaufte. Spuren des Gelesenwordenseins haften an ihnen, leider auch klebrige, ich bin nicht die Erste, die durch diese Seiten geht und werde nicht die Letzte sein... Maria Kallio ist eine nette Frau, die die Welt auf eine Weise sieht, die ich verstehe und die ich mag. Deshalb glaube ich auch, ihre Welt zu kennen, obwohl ich nicht nie in Finnland war. Und sie ist so herrlich nicht-perfekt.

Donnerstag, 18. März 2010

Selina von Walter Kappacher

Ein mittelalter Lehrer gerät nach Italien und verbringt Zeit in einem verfallenen Haus am Hang. Aus den fast handlungslosen Erzählabschnitten tritt mir ein lebendiges Italien entgegen, industrialisiert und ganz einfach, die Landschaft wird fast greifbar. Ein ideales Buch zum Umziehen. Auseinandersetzung mit einem Spätwerk Jean Pauls, das ich noch nicht kenne (Titel eben Selina). Am Ende geht der Lehrer (glaube ich) einfach in sein altes Leben zurück, kann es aber viel besser ertragen.

Freitag, 12. März 2010

Bones moved in.

Gestern ist es mir gelungen, den Fernseher anzuschliessen. Die Kinder konnten Sandmännchen sehen und ich habe mir eine neue Folge von Bones gegönnt. Bones will jetzt auch Verhöre machen, kann es aber nicht so gut wie Booth. Ich liebe dieses Thema: Empathie lässt sich nicht wirklich erklären.

Dienstag, 2. März 2010

Hanna Johansen, Ich bin hier bloss die Katze

"Ausserdem ist der Frühling gekommen, Sie kennen das sicher, die Zeit der Freiheit und der Fresslust bricht an, draussen werden die Steine wieder warm, und durch die Bäume flitzen die herrlichsten Vögel. Ich liebe Vögel, sie gründen Familien und singen, was das Zeug hält. Sie schmecken nicht besonders, haben aber viel zu bieten, wenn es ums Jagen geht. Ich halte die Luft an, sehe ihnen zu und denke: Was könnte es Schöneres geben!"

Mitunter mehr Wörter als Gedanken, aber trotzdem ein wunderhübscher kleiner Essay aus Katzensicht über die Merkwürdigkeit von Menschen.

Ian Ogilvy, Miesel und die Gruselgrotte

Band 5 der Serie über einen Jungen, der nicht zaubern kann und in der Begegnung mit bösen schwarzen Hexern allein durch seine guten Ideen weiterkommt - ich wette, der Autor hat ihn als Gegenfigur zu Harry Potter erfunden. Nicht immer gut übersetzt, aber eine sichere Bank, wenn es um skurrile Einfälle und abartige Wendungen geht. (Sicher beeinflusst von Freud's Grimple - noch so ein englischer Junge.)

Julia Franck, Die Mittagsfrau

Noch so ein Berlinroman. Aus der Sicht eines Jungen das Leben der Mutter. Kein happy-ending. Aber schöne, teils langsame Sequenzen über eine stumme Frau, die ihren traurigen Weg geht in einer Welt, die sie nicht mitbestimmt.

Harry Potter, Band 1, auf englisch und altgriechisch

Gestern haben Charlotte und ich die ersten Seiten im Original gelesen und übersetzt. Drei Wörter gingen nicht: dull, tawny und beefy. Für Altgriechisch braucht es einen langen Atem, die haben noch mehr Endungen als wir im Deutschen. Und Charlotte stellt -natürlich völlig zu Recht- fest, dass es auf Englisch den wenigsten Platz braucht.

Montag, 1. März 2010

Jeffery Deaver, Garden of Beasts

Seitdem ich mal einen Krimi von ihm in der St. Galler Bahnhofsbuchhandlung gegriffen habe, gerate ich immer wieder mal in den Bann dieses Wahnsinns-Recherchierers. Garden of Beasts spielt in Berlin, in der Vorbereitungsphase der NS-Olympiade. Ein amerikanischer Held schafft Ordnung und ins dennoch tragisches Gewaltopfer. Spannend: die Nivellierung der Kripo. Und: wie lebendig Berlin mit seinen Ecken, Gerüchen, Strassen wurde in meinen ersten Grazer Tagen! Noch eine Stadt. Typisch Deaver: niemand ist, was er scheint und am Ende kommt es anders. Aber keine Sorge, irgendwie gewinnt das Gute immer.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Jephte's Daughter von Naomi Ragen

Herz, Schmerz und ein Happy End. Gute Lektüre für einen Sonntagnachmittag, melodramatisches Frauenschicksal mit jüdischen Lebensformen als Hintergrund.

Drei Folgen von Fluch der Karibik.

Das Beste: Johnny Depp. ("Aber sie HABEN von mir gehört." Sprichwörtlich bei den Mädchen und mir: "Klar soweit?")
Interessant die zivilisationskritische Dimension: Bändigen der Naturreligion als Ursprung für Macht und Uebel der englischen Kolonisatoren. Hybris des Wissenwollens: weisse Flecke auf der Landkarte sollen verschwinden. Aber irgendwie bleibt das doch sehr diffus. Gut, dass es diese wahnsinnigen visuellen Effekte gibt (ist eben Disney...), so fallen die dünnen Stellen im Plot nicht so auf. Anyway, über das Wochenende, das Lukas auf die OP wartete, haben uns die drei Filme allemal hinweggeholfen.

Montag, 4. Januar 2010

Interview mit Jenny Holzer

An dieser Künstlerin gefällt mir alles, was ich über sie erfahre. Ihre Arbeiten sind einfach und immer neu genial. Und sie bläst sich nicht auf.

Rivers and Tides über Andy Goldsworthy

Einfach ein grandioser Film über einen stillen Naturhandwerker, dessen Ideen mich hinreissen. Wir haben einen Ausschnitt des Films in der Wahlwoche Tanz gezeigt (danke, Karin!), zu Weihnachten gab es im SF eine Sendung im Original.

Baking Cakes in Kigali von Gaile Parkin

Das ultimative Adventsbuch. Zweimal verschenkt und mehrfach empfohlen. Lieblingsszene: Zwei Frauen sehen Oprah Winfrey ohne Ton und reimen sich etwas zusammen.