Donnerstag, 18. November 2010

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1

Hat seine Momente. Etwa, wenn Hermine ihre Eltern verlässt und den Vergessenszauber ausspricht, das hat eine sehr berührende Traurigkeit, wie ihr Gesicht aus den Familienfotos verschwindet. Oder Harrys Abschied von seinem Treppenkabuff. Entschieden, zu gehen. Der Aufbruch der Helden mit vielen Harrys: Wiedersehen macht Freude, alle sind älter geworden (ja, ich weiß, das schreiben alle, aber das ist eben das Schöne an mehrteiligen Filmen), Bill sieht auch nach seiner Begegnung mit dem Werwolf noch besser aus als Ron (sorry, Josefine!). Hat die Autorin beim Schreiben schon an die Verfilmung gedacht? In der Flugszene scheint es so. Sonst gibt es viel Verniedlichung gegenüber der eigenen Lektüre. Dobbys Tod, mit dem der Film endet, schmerzt beim Lesen mehr. Aber vielleicht hat ja auch Charlotte recht und es liegt daran, dass wir es schon wissen. Wie alle Verfilmungen ging auch diese zu schnell vorbei.

Jonathan Framzen, Freedom.

Erst kam ich gar nicht rein, wurde den Eindruck nicht los, dass es eine clevere Art Desperate Housewives für Akademiker ist. Alles so abbildend. Gut abbildend, aber eben abbildend. Irgendwann nach dem ersten Drittel hebt die Lektüre dann ab. Und spätestens mit der Schilderung des Bright Eyes-Konzerts fliegt es. (Ok, wie auch schon in Corrections habe ich immer wieder Seiten überschlagen, aber es ist auch manchmal SEHR ausführlich.)