Dienstag, 23. März 2010

Leena Lehtolainen.

Ich mag Finnland. Ich habe auch fast den Eindruck, es zu kennen, wenn ich diese Romane lese. Und einige lese ich jetzt wieder, der Umzug hat sie an die Oberfläche der Flurregale gespült - und neue zu kaufen, das verbietet sich nach all der Plackerei. Und ich habe einen Krimi von ihr aus der Bibliothek geholt. Bibliothekskrimis sind GANZ anders als selbst gekaufte. Spuren des Gelesenwordenseins haften an ihnen, leider auch klebrige, ich bin nicht die Erste, die durch diese Seiten geht und werde nicht die Letzte sein... Maria Kallio ist eine nette Frau, die die Welt auf eine Weise sieht, die ich verstehe und die ich mag. Deshalb glaube ich auch, ihre Welt zu kennen, obwohl ich nicht nie in Finnland war. Und sie ist so herrlich nicht-perfekt.

Donnerstag, 18. März 2010

Selina von Walter Kappacher

Ein mittelalter Lehrer gerät nach Italien und verbringt Zeit in einem verfallenen Haus am Hang. Aus den fast handlungslosen Erzählabschnitten tritt mir ein lebendiges Italien entgegen, industrialisiert und ganz einfach, die Landschaft wird fast greifbar. Ein ideales Buch zum Umziehen. Auseinandersetzung mit einem Spätwerk Jean Pauls, das ich noch nicht kenne (Titel eben Selina). Am Ende geht der Lehrer (glaube ich) einfach in sein altes Leben zurück, kann es aber viel besser ertragen.

Freitag, 12. März 2010

Bones moved in.

Gestern ist es mir gelungen, den Fernseher anzuschliessen. Die Kinder konnten Sandmännchen sehen und ich habe mir eine neue Folge von Bones gegönnt. Bones will jetzt auch Verhöre machen, kann es aber nicht so gut wie Booth. Ich liebe dieses Thema: Empathie lässt sich nicht wirklich erklären.

Dienstag, 2. März 2010

Hanna Johansen, Ich bin hier bloss die Katze

"Ausserdem ist der Frühling gekommen, Sie kennen das sicher, die Zeit der Freiheit und der Fresslust bricht an, draussen werden die Steine wieder warm, und durch die Bäume flitzen die herrlichsten Vögel. Ich liebe Vögel, sie gründen Familien und singen, was das Zeug hält. Sie schmecken nicht besonders, haben aber viel zu bieten, wenn es ums Jagen geht. Ich halte die Luft an, sehe ihnen zu und denke: Was könnte es Schöneres geben!"

Mitunter mehr Wörter als Gedanken, aber trotzdem ein wunderhübscher kleiner Essay aus Katzensicht über die Merkwürdigkeit von Menschen.

Ian Ogilvy, Miesel und die Gruselgrotte

Band 5 der Serie über einen Jungen, der nicht zaubern kann und in der Begegnung mit bösen schwarzen Hexern allein durch seine guten Ideen weiterkommt - ich wette, der Autor hat ihn als Gegenfigur zu Harry Potter erfunden. Nicht immer gut übersetzt, aber eine sichere Bank, wenn es um skurrile Einfälle und abartige Wendungen geht. (Sicher beeinflusst von Freud's Grimple - noch so ein englischer Junge.)

Julia Franck, Die Mittagsfrau

Noch so ein Berlinroman. Aus der Sicht eines Jungen das Leben der Mutter. Kein happy-ending. Aber schöne, teils langsame Sequenzen über eine stumme Frau, die ihren traurigen Weg geht in einer Welt, die sie nicht mitbestimmt.

Harry Potter, Band 1, auf englisch und altgriechisch

Gestern haben Charlotte und ich die ersten Seiten im Original gelesen und übersetzt. Drei Wörter gingen nicht: dull, tawny und beefy. Für Altgriechisch braucht es einen langen Atem, die haben noch mehr Endungen als wir im Deutschen. Und Charlotte stellt -natürlich völlig zu Recht- fest, dass es auf Englisch den wenigsten Platz braucht.

Montag, 1. März 2010

Jeffery Deaver, Garden of Beasts

Seitdem ich mal einen Krimi von ihm in der St. Galler Bahnhofsbuchhandlung gegriffen habe, gerate ich immer wieder mal in den Bann dieses Wahnsinns-Recherchierers. Garden of Beasts spielt in Berlin, in der Vorbereitungsphase der NS-Olympiade. Ein amerikanischer Held schafft Ordnung und ins dennoch tragisches Gewaltopfer. Spannend: die Nivellierung der Kripo. Und: wie lebendig Berlin mit seinen Ecken, Gerüchen, Strassen wurde in meinen ersten Grazer Tagen! Noch eine Stadt. Typisch Deaver: niemand ist, was er scheint und am Ende kommt es anders. Aber keine Sorge, irgendwie gewinnt das Gute immer.